2026 ist der Equal Pay Day in Österreich am 5. November. Das sind 57 Tage bis Silvester, die Frauen „gratis“ arbeiten (müssen). Bei Vollzeit summiert sich die Einkommensschere auf 10.540 Euro im Jahr. Das sind 15,5 Prozent, die eine vollzeitbeschäftigte Frau im Schnitt weniger verdient als ein Mann. Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit und ec...
Der Arbeitslohn ist kein Geschenk, sondern erarbeitet, (gewerkschaftlich) ausverhandelt und bildet das finanzielle Fundament der von ihm Abhängigen. Jedenfalls ist er kein Gefährder der Wettbewerbsfähigkeit oder – wie neuerdings behauptet – Anheizer der Inflation. Und der internationale Vergleich zeigt, dass Österreichs kollektivvertragliche Lohnpo...
Das Arbeitsvolumen ist höchst konjunkturreagibel. Wenn die Wirtschaft brummt, steigen Beschäftigung und Arbeitsstunden. Bei erhöhtem Arbeitsbedarf werden auch über die Normalarbeitszeit hinausgehende Überstunden erbracht. In einer Konjunkturflaute aber kommt insgesamt weniger Arbeit zum Einsatz und die Arbeitslosigkeit steigt – wenn nicht gegengest...
Ein aktives Arbeitsleben dauerte 2022 in der EU im Schnitt voraussichtlich 36,5 Jahre, in Österreich 38,3 Jahre. Die „Arbeitslebenserwartung“ ist im letzten Jahrzehnt um rund zwei Jahre gestiegen. Während international innovativ mit verkürzten Vollzeiten erfolgreich experimentiert wird, werden in Österreich die Uhren zurückgedreht und verlängerte A...
Zwei Jahre Inflationshöchstwerte brachten Unternehmen Höchstgewinne, Arbeitnehmer:innen aber Reallohnverluste. Nun stockt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, ausbleibende Investitionen und rückläufiger Konsum werden nicht durch die – noch – steigenden Exporte aufgefangen. Kräftige Lohn- und Gehaltssteigerungen bieten eine Perspektive.
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Der Arbeitslohn ist kein Geschenk, sondern erarbeitet, (gewerkschaftlich) ausverhandelt und bildet das finanzielle Fundament der von ihm Abhängigen. Jedenfalls ist er kein Gefährder der Wettbewerbsfähigkeit oder – wie neuerdings behauptet – Anheizer der Inflation. Und der internationale Vergleich zeigt, dass Österreichs kollektivvertragliche Lohnp...
Viele Unternehmen verdienen prächtig an der seit Monaten rollenden Teuerungswelle und verstärken sie. Sie können trotz teurer Energie und teuren Rohstoffen durch höhere eigene Verkaufspreise riesige Zusatzgewinne kassieren. In Österreich und Deutschland läuft die Gewinnsumme der Lohnsumme davon, und die Inflation bleibt hoch. Die Gewinn-Preis-Spir...
2021 mussten in Österreich 444.000 Menschen regelmäßig sonntags arbeiten. Zum Jahresende droht wieder ein Öffnen der Geschäfte am (Advent-)Sonntag oder Feiertag. Arbeiten am Sonntag muss auf ein notwendiges Maß beschränkt und die Ausnahme bleiben. Der freie Sonntag ist eine unverzichtbare Begrenzung der Erwerbsarbeit. Das ist die Basis für die ges...
Der Equal Pay Day datiert in Österreich heuer auf den 30. Oktober 2022. Ab diesem Tag müssen vollzeitbeschäftigte Frauen bis zum Jahresende 63 Tage gewissermaßen „gratis“ arbeiten, um auf das durchschnittliche Vollzeit-Jahreseinkommen der Männer zu kommen. Dass der Tag der Entgeltgleichheit etwas nach hinten gerückt ist, hat weniger mit angegliche...
Die Einkommenslage der lohnabhängig Beschäftigten ist düster. Die Teuerungswelle frisst nominelle Einkommenszuwächse weg. Dabei gab es bereits in den letzten zwei Jahrzehnten unterm Strich kaum einen Kaufkraftzuwachs bei den Löhnen. Eine nachhaltige Kollektivvertragspolitik kombiniert mit preisdämpfenden und gewinnabschöpfenden Maßnahmen der Polit...
In den letzten drei Jahrzehnten bewegten sich die jährlichen Preissteigerungen in Österreich im konjunkturellen Auf und Ab zwischen einem halben Prozent (Krisenjahr 2009) und maximal vier Prozent (1992), im Schnitt bei zwei Prozent, dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) als für eine stabile ökonomische und preisliche Entwicklung definierten Z...
Trotz rückläufigen Arbeitsvolumens in der Pandemie werden Millionen Überstunden geleistet. Bei der Arbeitszeit hat (nicht nur) Österreich Spielraum nach unten. Die Pandemie hat die Work-Life-Balance im Privaten wie in der Arbeit verschlechtert. Daher in Zukunft: kurze Vollzeit für alle, denn Arbeitszeit ist Lebenszeit.
Hätten am Ende des Jahres im Schnitt alle – egal ob Mann oder Frau – gleich hohe Beträge am Jahres-Lohnzettel stehen, dann wäre der „Equal Pay Day“ der 31. Dezember. 2020 ist dieses Datum bei Vollzeitbeschäftigten aber schon am 22. Oktober! Von da an müssen Frauen also bis zum Jahresende 71 Tage quasi „gratis“ arbeiten, um auf das durchschnittlich...
Die schwarz-blaue Regierung ignorierte die massiven Proteste vor einem Jahr sowie die Kritik vieler ExpertInnen und peitschte die einseitige Arbeitszeitflexibilisierung durchs Parlament: Seit 1. September 2018 sind folgenschwere Änderungen im Arbeitszeitgesetz in Kraft, durch die 12-Stunden-Arbeitstage sowie 60-Stunden-Arbeitswochen – ohne Mitwirku...
31 Stunden beträgt die bevorzugte Wochenarbeitszeit durchschnittlich in der EU laut einer aktuellen Eurofound-Studie. Damit trifft das aktuelle österreichische Frauenvolksbegehren mit seiner Forderung nach einer 30-Stunden-Woche den Puls der Zeit. Im Gegensatz zur österreichischen Bundesregierung mit ihrem Vorhaben einer generell zulässigen 60-Stun...
Eine Vermögenssteuer für die Reichsten bringt mehrere Milliarden Euro, belegt eine neue Berechnung der Johannes-Kepler-Universität Linz. Der Steuerbeitrag der reichsten vier bis sieben Prozent der österreichischen Bevölkerung könnte zur Finanzierung wichtiger öffentlicher Aufgaben wie der Pflege sowie zur weiteren Senkung der Lohnsteuer eingesetzt ...
1.700 Euro im Monat oder 10 Euro in der Stunde sind das Mindeste für eine würdige Entlohnung. Hunderttausende würden von einer Mindestlohnanhebung profitieren. Im internationalen Vergleich ist Österreichs Niedriglohnausmaß bei den Männern unterdurchschnittlich, bei den Frauen aber überdurchschnittlich.
Arbeitszeit ist Lebenszeit. Sie wirkt sich nicht nur auf Einkommen, Gesundheit und Wohlbefinden jeder/jedes einzelnen Arbeitenden aus, sondern beeinflusst auch die Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstands und die Arbeitslosigkeit. Das Ziel einer kurzen Vollzeit – als Gegenpol zur aktuell diskutierten Ausdehnung von Arbeitszeiten – muss wieder s...
Die Produktivität wächst mehr als doppelt so schnell als der Lohn. Bei Löhnen und Gehältern gab es einen Kaufkraftverlust. Und kleine Einkommen leisten fast gleich viel Steuern wie große. Eine wertschöpfungsorientierte Entlohnung und Besteuerung ist ein Gebot der Stunde.
Der 26. Jänner 2016 ist in Österreich der „RichTaxDay“, an dem die Vermögendsten so viel Wertzuwachs haben, wie die von AK und ÖGB geforderten Reichensteuern ausmachen – nämlich zwei Milliarden Euro. Während die EU-Regierungen Flüchtende an der Grenze stoppen wollen, weil wir angeblich zu wenige Ressourcen haben, dürfen Reiche und Konzerne unbehell...
Gäbe es zwischen Männern und Frauen im Schnitt eine gleiche Bezahlung, wäre am 31. Dezember "Equal Pay Day". In Österreich ist dieses Datum bei Vollzeitbeschäftigten 2015 aber bereits am 11. Oktober, um gerade mal einen Tag besser als im Vorjahr: mit Beginn dieses Tages müssen die Frauen bis zum Jahresende 82 Tage quasi „gratis“ arbeiten, um auf da...
Lohn- und Arbeitszeit-Auseinandersetzungen spitzen sich zu. Die Metall-Kollektivvertragsrunde wird von den Unternehmen boykottiert, da ihr geplante Regierungsmaßnahmen nicht passen. Und durch die Flüchtlingssituation wittern manche Potential für Lohndrückerei. Dabei sinkt die Lohnquote ohnedies seit Jahrzehnten. Wäre sie so hoch wie vor 20 Jahren,...
akzeptabler Lebensstandard. Absolute Lohn-Untergrenze bei 1500 Euro brutto pro Monat bei einer Vollzeitbeschäftigung. Zielmarke gilt schon für viele Lohnabhängige. Allerdings 2013 noch knapp zwölf Prozent der ganzjährig im privaten und öffentlichen Bereich Vollzeitbeschäftigten unter diesem Wert – das sind rund 260.000 Menschen.
Die überfällige Steuerreform ist durch eine Vermögensteuer ("Millionärssteuer") gegen zu finanzieren, Einsparungsmöglichkeiten in der staatlichen Verwaltung bringen bei weitem nicht die notwendigen Milliarden.
Beim Thema Wettbewerbsfähigkeit wird vielfach unterschlagen, dass die zentrale Größe die real geschaffene Wertschöpfung ist. Das gilt insbesondere für die stärker internationalisierte Industrie.
In allen EU-Mitgliedsstaaten gibt es Lohnuntergrenzen. Sie sind unterschiedlich hoch und unterschiedlich geregelt (gesetzlich, kollektivvertraglich). Laut der Eurofoundstudie "Pay in Europe in the 21st century" würden bei einem EU-weit koordinierten Mindestlohn für alle, der mindestens 60 Prozent des jeweilig länderspezifischen mittleren Lohns betr...
Das von Wirtschaftsseite unter dem Deckmantel der Flexibilität geforderte „Zeitkonto“ in der Metallindustrie würde die ArbeitnehmerInnen noch mehr unter Druck setzen und ihnen mehr als 600 Euro im Jahr kosten.
Am 8. Oktober 2013 hat ein männlicher Vollzeit-Arbeitnehmer in Österreich im Durchschnitt bereits jenes Arbeitseinkommen erreicht, wofür eine weibliche Vollzeitbeschäftigte im Schnitt noch bis Jahresende arbeiten muss. Dieses Datum markiert den sogenannten „Equal Pay Day“, der den prozentuellen Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern von r...
Die Ungleichverteilung des Privatvermögens ist hoch. Das belegen zahlreiche Erhebungen und Reichtumsberichte. Je mehr sich der Verteilungsnebel lichtet, umso deutlicher scheitern interessengeleitete Verblendungsversuche. Vermögenssteuern für Reiche stoßen auf hohe Zustimmung.
Angesichts des auf EU-Ebene erzwungenen Spar- und Kürzungskurses und autoritärer Eingriffe in den Lohnfindungsprozess stellt sich dringend die Frage der Solidarität unter den europäischen ArbeitnehmerInnen. Schließlich haben sie alle Interesse an einem (wirtschafts-)politischen Kurswechsel in Richtung einer deutlich stärkeren Berücksichtigung gesam...
Der heutige Aktionstag hat – angesichts der hohen (Jugend-)Arbeitslosigkeit in Europa – nicht nur mehr Jobs zum Ziel, sondern er stellt auch eine Kritik am Zustand der Demokratie dar. Neben Gewerkschaften kritisieren auch renommierte ÖkonomInnen den aktuellen Politikkurs, der in die Depression führt und die Arbeitslosigkeit verschärft.
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Bettina Csoka ist Referentin für Einkommensverteilung und Arbeitszeitpolitik in der Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik der AK Oberösterreich.