Regierungsprogramm: Verteilung von unten nach oben

Bei der Vielzahl an einzelnen im Regierungsprogramm geplanten Verschärfungen im Bereich der Gesellschafts- und Sozialpolitik darf der verteilungspolitische Blick aufs Ganze nicht verloren gehen. Die budgetären und steuerpolitischen Vorhaben der Regierung werden die bestehende Schieflage noch weiter verschärfen. Während im unteren und mittleren Einkommens- und Vermögensbereich um Peanuts gestritten wird, werden „oben“ sogar großzügig neue Zuckerl verteilt. Besonders augenscheinlich wird das z. B. bei Privatvermögen: Jene der Reichen werden nicht angerührt, die von Arbeitslosen, welche längere Zeit keinen Job finden können, stehen sehr wohl zur Disposition. weiterlesen

EGB fordert neuen Sozialvertrag für die EU

Als Basis für den Start einer echten sozialen, europäischen Marktwirtschaft fordert der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) einen neuen Sozialvertrag für die EU. Die wichtigsten VertragspartnerInnen sind die Mitgliedstaaten, die Betriebe und die ArbeitnehmerInnen – sie sollen gemeinsam dringende Herausforderungen wie die Ungleichgewichte im europäischen Binnenmarkt bewältigen. In der Vergangenheit tendierte der europäische Markt mehr zu wirtschaftlicher Freiheit als zu sozialen Rechten. weiterlesen

Den Euro krisenfest machen: Finanzpolitischer Pragmatismus ist gefragt!

Nach Beruhigung der schweren Krise im Euroraum schien vielerorts Einigkeit zu bestehen, dass es weitreichende Reformen der Euroraum-Governance brauche, um zukünftigen Krisen besser zu trotzen. Emmanuel Macrons Reformvorschläge haben der Diskussion zwischenzeitlich neuen Schwung verliehen. Die fundamentalen Interessengegensätze zwischen den Euro-Staaten lassen entsprechende Reformen jedoch auf absehbare Zeit unrealistisch erscheinen. Angesichts der Reformblockaden plädieren wir dafür, die im europäischen Regelwerk vorhandenen fiskalischen Handlungsspielräume im Krisenfall pragmatisch zu nutzen, statt auf eine Fiskalunion zu setzen, die vielleicht niemals kommt. weiterlesen

Ansätze für eine „neue Normalarbeitszeit“ – Arbeitszeit nach ihrer Belastung bewerten

Finanzielle Zuschläge für belastende Arbeitszeiten sind weit verbreitet, stellen aber keine gute Lösung dar, um die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Dieser Beitrag stellt einen neuen Ansatz vor: Ausgehend von einer einerseits weit verbreiteten und andererseits auch sozial- und gesundheitspolitisch wünschenswerten „neuen Normalarbeitszeit“, nämlich der Gleitzeit von Montag bis Freitag tagsüber, sollen davon abweichende Arbeitszeiten hinsichtlich ihrer Belastung bewertet werden. Eine angemessene Kompensation in Form von zusätzlicher Freizeit statt finanzieller Zuschläge soll dann diese Belastung ausgleichen. Damit würden positive Effekte auf Gesundheit und Privatleben erzielt sowie bestehende Anreize für ein freiwilliges Verbleiben in belastenden Arbeitszeiten reduziert werden. weiterlesen

Ökosoziale Steuerreform – ein Gewinn für unser globales, nationales und soziales Klima

Es wird Zeit, eine Idee, die den Umweltdebatten der 70er-Jahre entsprungen ist, endlich auch in Österreich umzusetzen: die ökosoziale Steuerreform. Richtig gemacht, reduziert sie Treibhausgasemissionen, stärkt die Wirtschaft und hilft einkommensschwachen Haushalten. Das zeigen nicht nur wissenschaftliche Studien (wie z. B. vom WIFO), sondern auch Umsetzungsbeispiele aus der ganzen Welt. Will Österreich seine Klimaziele erreichen, muss die nächste Steuerreform eine ökosoziale sein. Wir erklären, warum. weiterlesen

Die AutorInnen

Eva AngerlerEva Angerler

Arbeitet in der GPA-djp-Abteilung Arbeit und Technik und ist mit den Themen Datenschutz am Arbeitsplatz und Soziale Verantwortung der Unternehmen befasst

Helfried BauerHelfried Bauer

Helfried Bauer ist Konsulent des Zentrums für Verwaltungsforschung (KDZ) mit den Arbeitsschwerpunkten Finanzwissenschaft und Public Governance.

Doris WallnöferDoris Wallnöfer

Doris Wallnöfer ist Referentin mit Schwerpunkt Frauen und Arbeitsmarkt in der MA 57 – Frauenservice Wien.

Ulrike HuemerUlrike Huemer

Ulrike Huemer ist Koordinatorin für die Forschungsbereiche „Arbeitsmarkt, Einkommen und soziale Sicherheit“ am WIFO. Arbeitsschwerpunkte: Bestimmungsgründe und Strukturveränderung von Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit; Bildung, Weiterbildung und Arbeitsmarkt; Nachfrage nach Berufen und Qualifikationen bzw. Qualifikationsangebot.

Katharina KreisslKatharina Kreissl

Katharina Kreissl dissertiert an der Universität Wien zu Widerstand und Emanzipation von wissenschaftlichem Nachwuchs. Sie arbeitet momentan als Gastwissenschaftlerin an der Technischen Universität Berlin. Angelika Striedinger ist Soziologin und befasst sich in ihrer Dissertation an der Wirtschaftsuniversität Wien mit organisationstheoretischen Perspektiven auf Gleichstellungsarbeit an Universitäten. Sie forscht aktuell als Gastwissenschaftlerin an der University of Oxford. Beide sind seit 2012 als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im FWF-geförderten Forschungsprojekt „GENIA – Wissenschaftskarrieren und Geschlecht“ tätig.

Johannes JägerJohannes Jäger

Fachhochschulprofessor für Volkswirtschaftslehre an der FH des bfi Wien

Manfred BrunnerManfred Brunner

Manfred Brunner ist seit November 2004 Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse und seit 2017 auch stv. Obmann der Pensionsversicherungsanstalt.

Helmut GahleitnerHelmut Gahleitner

Helmut Gahleitner ist Referent in der Abteilung Wirtschaftspolitik der AK Wien.

Katharina NageleKatharina Nagele

Mitarbeiterin der Abteilung Kommunikation in der Arbeiterkammer Wien

Birgit WögerbauerBirgit Wögerbauer

Ökonomin im Sozialministerium.

Severin ReisslSeverin Reissl

ist Student an der Universität Kingston (MSc Political Economy, Macroeconomics and Finance) und Stipendiat des zweijährigen Erasmus Mundus EPOG Programms. Sein Erststudium absolvierte er an der Universität Glasgow und wurde dort mit dem Adam Smith Preis ausgezeichnet.

Stefanie StadloberStefanie Stadlober

Stefanie Stadlober ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Arbeitsmarkt und Sozialpolitik des Instituts für Höhere Studien, Wien.

Daniel UnterwegerDaniel Unterweger

ist Student der Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien sowie des internationalen Masterstudiums Vergleichende Sozialpolitik an der JKU Linz und der Universität Tampere, wo seine Masterarbeit vom Netzwerk Wissenschaften der AK Wien unterstützt wird. Er war im Sommer 2015 in der Abteilung Sozialpolitik der AK Wien als Praktikant tätig.

Daniel LehnerDaniel Lehner

Sozialwissenschaftler in Wien

Johanna KlöschJohanna Klösch

Arbeits- und Organisationspsychologin in der Abteilung Sicherheit, Gesundheit und Arbeit in der AK Wien.

Brigitte PellarBrigitte Pellar

Brigitte Pellar ist Historikerin mit dem Schwerpunkt Geschichte der ArbeitnehmerInnen-Interessenvertretungen und war bis 2007 Leiterin des Instituts für Gewerkschafts- und AK-Geschichte in der AK Wien.

Manfred KrennManfred Krenn

Mitarbeiter der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA), in Wien. Arbeitsschwerpunkte: personenbezogene Dienstleistungsarbeit (Pflege), Erfahrungswissen, ältere ArbeitnehmerInnen, Arbeitsorganisation, Arbeitsbeziehungen.

Kerstin JürgensKerstin Jürgens

Kerstin Jürgens ist Soziologin und Professorin an der Universität Kassel. Sie forscht zu Fragen rund um den Wandel der Arbeitswelt. Sie war langjährige Vorsitzende der Sektion Arbeits- und Industriesoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und Mitglied des Beraterkreises des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) im Weißbuchprozess „Arbeiten 4.0“ (2015-2017). Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes leitete Jürgens die Expertenkommission „Arbeit der Zukunft“ (2015-2017).

Über diesen Blog

Hintergründe, Argumente & Fakten zu aktuellen Debatten

A&W Blog leuchtet Hintergründe aus und hält mit Fakten dem Mainstream kritisch gegen. Dabei beziehen wir klar Position: Auf Seiten der arbeitenden Menschen.

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Es ist kein Geheimnis, dass Europa vor zahlreichen Herausforderungen steht. Da wären der Klimawandel, die Migrationsdiskussion, die Problematik der Jugendarbeitslosigkeit, aber auch Themen, die die Digitalisierung und den Datenschutz betreffen. Und mit unserer Stimme bestimmen wir, wer die Entscheidungen in all diesen Fragen trifft. Darum heute wählen!
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Etwa 150 Milliarden Euro pro Jahr werden von multinationalen Konzernen und Digitalkonzernen durch Konstruktionen zur Steuervermeidung aus der EU geschafft. Seit den LuxLeaks, Panama-Papers und den Bahama-Leaks ist Steuergerechtigkeit verstärkt in den öffentlichen Fokus gerückt. Evelyn Regner spricht im Interview mit unserer Schwester, dem Arbeit&Wirtschaft Online-Magatin, über Einstimmigkeitsprinzip, Steuergerechtigkeit und faire Regeln für Konzerne.

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Video: Schulmeister analysiert arbeitsmarktpolitische Vorhaben der Regierung

Der Ökonom Stephan Schulmeister analysiert im Video die arbeitsmarktpolitischen Pläne der Bundesregierung: Streichung von Beschäftigungsbonus und Notstandshilfe, Familienbonus etc. – Stefan Schulmeister analysiert, was hinter den Schlagworten steht und wem die Vorhaben nützen würden, wenn sie wie angekündigt umgesetzt werden.

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