Ausbeutungsrisiko Entsendung – Schutz und Bedingungen entsandter ArbeitnehmerInnen in Österreich

Wie steht es um die Gesundheit und Sicherheit auf einen Arbeitsplatz entsandter ArbeitnehmerInnen in Österreich? Vor welchen Herausforderungen stehen wir bei der Gewährleistung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit transnationaler Arbeit? Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass entsandte Personen besonders schutzbedürftig sind. Mangelndes Wissen über Rechte, Pflichten und Beschwerdeverfahren sowie fehlende lokale Kenntnisse („Wer kann mir weiterhelfen?“) setzt entsandte ArbeitnehmerInnen verstärkt der Ausbeutung aus. weiterlesen

Sprachbildung als Wertebildung – falsch verstandene Integration?

Vor rund einem Jahr, im Oktober 2017, ist in Österreich das von der rot-schwarzen Bundesregierung erlassene Fremdenrechtsänderungsgesetz (auch: Integrationsgesetz 2017) in Kraft getreten. Dieses brachte nicht nur eine Ausweitung der Deutschkenntnispflicht auf Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte mit sich, sondern propagiert auch den Leitspruch Sprachbildung als Wertebildung – d. h., in der Deutschvermittlung und -prüfung soll künftig zugleich auch die Vermittlung und -prüfung von „grundlegenden Werten der Rechts- und Gesellschaftsordnung Österreichs“ (IntG 2017) stattfinden. Anlass für eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Maßnahme: Welche politischen Interventionen könn(t)en zu gelingender Deutschförderung beitragen, welche sind hinderlich und wie lässt sich das Verhältnis von Deutschförderung, ‚Wertebildung‘ und gesellschaftlicher Integration überhaupt bestimmen? weiterlesen

Wie kann man die Löhne in Mittel- und Osteuropa nachhaltig steigern und den Auswanderungsdruck dämpfen?

Das Wachstum der realen Bruttostundenlöhne in den acht mittel- und osteuropäischen Ländern der EU (Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn) war noch bis vor Kurzem sehr verhalten. Dies ist umso erstaunlicher, weil die starke Auswanderung nach Westeuropa, darunter auch nach Österreich, das Angebot an verfügbaren Arbeitskräften vor Ort massiv reduzierte. Was sollte man tun, um ein nachhaltiges Lohnwachstum in Mittel- und Osteuropa zu erzielen und damit die Anreize für die lokale Bevölkerung zu mindern, im Ausland einen Job zu suchen? Dafür sind einerseits industriepolitische Maßnahmen und andererseits institutionelle Reformen notwendig, die die Verhandlungsposition von ArbeitnehmerInnen stärken. weiterlesen

Wer gewinnt, wer verliert? Die Budgetpolitik der neuen Regierung in vier Punkten.

Alle Regierungen der Eurozone müssen jedes Jahr bis zum 15. Oktober der EU-Kommission einen sogenannten Draft Budgetary Plan vorlegen. Dieser beinhaltet eine Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie darauf aufbauend die gesamtstaatliche Haushaltsplanung für das kommende Jahr. Anlässlich des ersten Draft Budgetary Plan der neuen Regierung lohnt sich eine Analyse ihrer Budgetpolitik. Insbesondere stellt sich die Frage, wer von den Maßnahmen profitiert und wer – z. B. aufgrund von Einsparungen – in Zukunft schlechter aussteigt. weiterlesen

Verhinderung von arbeitsbedingten Krebserkrankungen hat für die Regierung keine Relevanz

Jährlich sterben in der EU mehr als 100.000 Menschen an arbeitsbedingten Krebserkrankungen, die von karzinogenen Arbeitsstoffen ausgelöst wurden. In Österreich sind es jährlich 1.800 Todesfälle. Damit ist Krebs durch Arbeit Todesursache Nr. 1 am Arbeitsplatz. Die Belastungen durch Schadstoffe sind zu hoch, während der ArbeitnehmerInnenschutz zu niedrig ist, in der EU sowie in Österreich. Für die Regierung sind jedoch bessere Regelungen zur Vorbeugung arbeitsbedingter Krebserkrankungen ein Randthema. weiterlesen

Das Unglück von Genua – Wendepunkt für die Privatisierung öffentlicher Infrastruktur?

Am 14. August 2018 stürzte die Morandi-Autobahnbrücke bei Genua ein. 43 Menschen starben. Schnell hat sich ein Streit über Ursachen und Versäumnisse entsponnen, die zu dieser Katastrophe geführt hatten. Wurde alles getan, um die Sicherheit zu gewährleisten? Die öffentliche Debatte über eine mögliche Verstaatlichung bzw. eine Überprüfung der Konzession wurde relativ schnell beendet. Dabei ist es sehr wohl im Interesse der BürgerInnen, wie das Geschäftsgebaren eines Unternehmens einzuschätzen ist, das für einen immer größeren Teil der öffentlichen Infrastruktur die Verantwortung trägt. Das Unglück von Genua führt hoffentlich zu einem Wendepunkt bei der Privatisierung von Finanzierung, Bau und Betrieb öffentlicher Infrastruktur. weiterlesen

Die AutorInnen

Bernhard MoshammerBernhard Moshammer

Ökonom in Wien und bis November 2015 als Referent für Wohnpolitik in der Arbeiterkammer Wien tätig.

Gabriele BischoffGabriele Bischoff

Präsidentin der Arbeitnehmergruppe im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA)

Katharina NageleKatharina Nagele

Mitarbeiterin der Abteilung Kommunikation in der Arbeiterkammer Wien

Christoph PaetzChristoph Paetz

Doktorand am IMK

Philipp HeimbergerPhilipp Heimberger

Ökonom am Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) und am Institut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft (ICAE, Johannes Kepler Universität Linz).

Gabi Tremmel-YakaliGabi Tremmel-Yakali

Gabi Tremmel-Yakali ist Leiterin der Abteilung Interessenpolitik der AK Burgenland.

Elke LarcherElke Larcher

Referentin für Ganztagsschulen in der Abteilung Bildungspolitik der AK Wien.

Kerstin JürgensKerstin Jürgens

Kerstin Jürgens ist Soziologin und Professorin an der Universität Kassel. Sie forscht zu Fragen rund um den Wandel der Arbeitswelt. Sie war langjährige Vorsitzende der Sektion Arbeits- und Industriesoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und Mitglied des Beraterkreises des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) im Weißbuchprozess „Arbeiten 4.0“ (2015-2017). Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes leitete Jürgens die Expertenkommission „Arbeit der Zukunft“ (2015-2017).

Paul HahnenkampPaul Hahnenkamp

Paul Hahnenkamp ist Universitätsassistent am Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte der Universität Wien, Redaktionsmitglied des „juridikum“ und Mitgründer des Forums kritischer Jurist*innen.

Malte KleinschmidtMalte Kleinschmidt

ist Doktorand am Institut für Didaktik der Demokratie an der Universität Hannover mit den Forschungsschwerpunkten Dekolonialität, Herrschaftskritik und Politische Bildung

Stefan SelkeStefan Selke

Stefan Selke ist Professor für das Lehrgebiet „Gesellschaftlicher Wandel“ an der Hochschule Furtwangen (HFU) sowie Inhaber der Forschungsprofessur ‚Transformative und Öffentliche Wissenschaft’. Selke forscht zu Themen des sozialen, technischen und medialen Wandels. Aktuelle Arbeitsgebiete sind Digitalisierung, Armutsökonomien und Lebensreformbewegungen. Mehr dazu in seinem Blog „Stabile Seitenlage“ und unter: www.stefan-selke.de

Domenica VorderwinklerDomenica Vorderwinkler

Studentin Sozialwirtschaft und Wirtschaftsrecht an der JKU Linz

Hilde StockhammerHilde Stockhammer

Leiterin der Frauenabteilung in der Bundesgeschäftsstelle des Arbeitsmarktservice

Angelika HavaAngelika Hava

Referentin für aktive Arbeitsmarktpolitik in der Abteilung Wirtschaftspolitik der AK Niederösterreich

Daniela ZimmerDaniela Zimmer

Konsumentenschützerin der AK Wien mit dem Schwerpunkten
Telekommunikation, Internet, Datenschutz, Medien

Leonhard DobuschLeonhard Dobusch

Leonhard Dobusch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck.

Judith KohlenbergerJudith Kohlenberger

Mitarbeiterin am Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital, einer Forschungskollaboration zwischen dem International Institute für Applied Systems Analysis (IIASA), dem Vienna Institute of Demography (VID) an der ÖAW, und der WU Wien.

Judith DerndorferJudith Derndorfer

arbeitet als Ökonomin am Forschungsinstitut Economics of Inequaltity der Wirtschaftsuniversität Wien.

Über diesen Blog

Hintergründe, Argumente & Fakten zu aktuellen Debatten

A&W Blog leuchtet Hintergründe aus und hält mit Fakten dem Mainstream kritisch gegen. Dabei beziehen wir klar Position: Auf Seiten der arbeitenden Menschen.

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Arbeit&Wirtschaft
Arbeit&Wirtschaft12 hours ago
Wie sehen die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen entsandter ArbeitnehmerInnen in Österreich aus? Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass entsandte ArbeitnehmerInnen verstärkt der Ausbeutung ausgesetzt sind. Ein Überblick von Anette Scoppetta und Katarina Hollan.
Arbeit&Wirtschaft
Arbeit&Wirtschaft2 days ago
Bislang gibt es Arbeiterkammern nur viermal in Europa. Das Interesse an einer solchen Einrichtung reicht jedoch bis nach Asien.

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Video: Schulmeister analysiert arbeitsmarktpolitische Vorhaben der Regierung

Der Ökonom Stephan Schulmeister analysiert im Video die arbeitsmarktpolitischen Pläne der Bundesregierung: Streichung von Beschäftigungsbonus und Notstandshilfe, Familienbonus etc. – Stefan Schulmeister analysiert, was hinter den Schlagworten steht und wem die Vorhaben nützen würden, wenn sie wie angekündigt umgesetzt werden.

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