Alle Beiträge von Oliver Gruber

Oliver Gruber, Politologe & Kommunikationswissenschafter. Referent für Migration/Integration/Sprachförderung in der Abteilung Bildungspolitik der AK Wien. Email: oliver.gruber@akwien.at

Die neue Klassenfrage: Sprachförderung durch Segregation?

Die Reform der schulischen Deutschförderung wird heute trotz massiver Einwände von ExpertInnen, PraktikerInnen und Wissenschaft mit den Stimmen der Regierungsparteien beschlossen. Das hat weitreichende Konsequenzen, obwohl das bisherige Modell im schulischen Bereich noch gar nicht evaluiert wurde. Anlass, das bestehende Modell der vor-/schulischen Deutschförderung und die Folgen der Änderungen zu beleuchten.

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Was schulische Chancengerechtigkeit in der Migrationsgesellschaft bedeutet: Mehrsprachigkeit fördern, Segregation und Separation entgegenwirken

Mehrsprachigkeit vermag sowohl Katalysator für die schulische Entwicklung von Kindern zu sein als auch Hindernis dafür. Dies hängt stark davon ab, ob schulorganisatorische bzw. didaktische Rahmenbedingungen andere Erstsprachen als Deutsch als Defizit behandeln oder sie in Kombination mit der Unterrichtssprache fördern.

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Integration statt Separation. Die Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen

„Flüchtlingsklassen, Ausländerklassen, Deutschklassen, Ghetto-Klassen“. Viele Bezeichnungen kursieren in der politischen Debatte um die separate Beschulung von Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen – v.a. seit den Fluchtbewegungen ab 2015. Trotz bestehender Formen separater Beschulung sprechen bildungswissenschaftliche Empfehlungen für rasche (teil-)integrative Beschulungslösungen.

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Ungleichheit und Rechtspopulismus in den USA und Europa: The elephant in the room

Ein Elefant steht unausgesprochen im Raum des aktuellen politischen Diskurses: Bei Trump und den Rechts-PopulistInnen in Westeuropa stehen deren Rhetorik gegen „die Eliten“ und für „unsere Leute“ im Widerspruch zu ihren wirtschaftspolitischen Handlungen. Wegen gefühlter wie realer Ungleichheit und Abstiegsgefahr versammeln sich immer breitere Teile der Mittelschicht und der Einkommensschwächeren in ihrem Lager. Dabei untergräbt die politische Praxis von Trump und des westeuropäischen Rechts-Populismus jedoch gezielt die ökonomische und soziale Sicherheit just dieser Bevölkerungsgruppen. Schritte wie die Einschränkung der Mindestsicherung, eine Pensions- und Lohnkürzungspolitik bis hin zur Schwächung des Arbeitnehmerschutzes sowie Angriffen auf die Gewerkschaften verschärfen die Ungleichheit, die Branko Milanovic in seinem neuen Buch eindrucksvoll dokumentiert. Statt Attacken auf das konstruierte „Andere“ braucht es mehr Solidarität innerhalb der ArbeiterInnenschaft.

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