Alle Beiträge von Lukas Neißl

Lukas Neißl ist Generalsekretär der International Conference of Labour and Social History (ITH) und Projektmitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien.

Kolumbien: Unter den weltweit „schlimmsten Ländern für erwerbstätige Menschen“

Spätestens seit dem historischen Handschlag zwischen dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos, dem kubanischen Staats- und Regierungschefs Raúl Castro und dem Befehlshaber der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC-EP Timoleón Jiménez (alias Timoschenko) in Havanna im September 2015 scheint ein Friedensabkommen zur Beendigung des über 50 Jahre währenden kolumbianischen Bürgerkriegs in greifbarer Nähe. Während der Friedensprozess auch in Europa breitere mediale Beachtung findet, wird mittlerweile kaum noch über die gravierende Menschenrechtslage und die verheerende Situation von Gewerkschaften und ArbeitnehmerInnen in Kolumbien gesprochen.

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„Wie viele unserer Mitglieder müssen noch ermordet werden?“ – Zur Situation von GewerkschafterInnen in Kolumbien

Im Jahr 2010 übernahm Juan Manuel Santos die kolumbianische Präsidentschaft von Álvaro Uribe. Santos war unter seinem Vorgänger als jahrelanger Verteidigungsminister verantwortlich für zahlreiche schwere Menschen- und Völkerrechtsverletzungen der kolumbianischen Armee. Dennoch wird der Regierungswechsel in Europa gerne als Anlass genommen, Kolumbien auf dem Weg zur „lebhaften Demokratie samt funktionierendem Rechtsstaat“ (Günter Verheugen) zu stilisieren. Trotz massiver Kritik US-amerikanischer, europäischer und kolumbianischer Gewerkschaften an der Menschen- und Gewerkschaftsrechtslage in Kolumbien, einigten sich die USA im Jahr 2011 und die Europäische Union im Dezember 2012 auf ein Freihandelsabkommen mit Kolumbien. Der folgende Beitrag wirft einen Blick auf die momentane Situation von GewerkschafterInnen in Kolumbien.

 

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