Psychische Auswirkungen der Arbeitslosigkeit in der Corona-Krise

Dieser Blog-Beitrag wurde von Bernhard Kittel, Fabian Kalleitner, Thomas Resch und David W. Schiestl verfasst.

Auf Basis der Daten des Austrian Corona Panel Projects (ACPP) untersucht dieser Beitrag die Erwerbsverläufe und das psychische Wohlbefinden in Österreich seit Ende Februar. Personen, die in der Krise ihren Job verloren haben, weisen ein niedrigeres psychisches Wohlbefinden auf als jene Personen, die weiterhin ihrer Arbeit nachgehen konnten. Für diejenigen, die in Kurzarbeit gehen mussten, hatte die Krise keinen signifikanten negativen Einfluss auf ihr psychisches Wohlbefinden. Die Kurzarbeit konnte damit möglicherweise nicht nur Krisenauswirkungen in Bezug auf die Einkommens- und Berufssituation lindern, sondern wirkte auch hinsichtlich des psychischen Wohlbefindens stabilisierend. Menschen, die in der Krise ihren Job verloren haben, weisen ein niedrigeres psychisches Wohlbefinden auf als jene Menschen, die in Kurzarbeit waren. Für diejenigen, die schon vor der Krise arbeitslos waren, hat die Krise das psychische Befinden nochmals verschlechtert. weiterlesen

Corona macht Lehrstellen zur Mangelware

Die duale Ausbildung in Form der Lehre ist eine wesentliche Säule des österreichischen Bildungssystems. Sie erleichtert Jugendlichen den Einstieg ins Erwerbsleben und hat wesentlich dazu beigetragen, dass in Österreich die Jugendarbeitslosigkeit in den letzten Jahren deutlich unter dem EU-Durchschnitt lag. Doch die Corona-Krise hat auch in der Lehrlingsausbildung ihre Spuren hinterlassen. Besonders deutlich machen dies die AMS-Zahlen für Lehrstellensuchende und verfügbare Lehrstellen. weiterlesen

Sozialstaat – Stabilitätsanker in der Krise

Ein solidarisches Miteinander und eine faire Lastenverteilung sind Grundprinzipien des Sozialstaats. Auch bei der Finanzierung der Krisenkosten und beim Neustart nach der Krise müssen diese Prinzipien ganz oben stehen. Der Sozialstaat muss geschützt und weiterentwickelt werden und es müssen die Weichen gestellt werden in Richtung ökosozialer Umbau und generell in Richtung mehr Gerechtigkeit. Die Arbeit der Regierung wird zentral an diesen Punkten zu bewerten sein.   weiterlesen

Corona-Kurzarbeit – kostet unter dem Strich wenig und bringt viel

Um die Auswirkungen von Covid-19 am Arbeitsmarkt abzufedern, haben die Sozialpartner in Österreich ein neues Kurzarbeit-Modell entwickelt, das sowohl den ArbeitnehmerInnen, den Betrieben, aber auch dem Staat große Vorteile bietet. Wer nur die fiskalischen Kosten von Kurzarbeitsbeihilfen diskutiert, ignoriert den hohen volkswirtschaftlichen Nutzen und verschweigt die fiskalischen Kosten der Alternative: Arbeitslosengeld für mehr als 560.000 Menschen zu zahlen. Dabei zeigt sich auch, dass eine Arbeitszeitreduktion für alle weniger kosten kann als Arbeitslosigkeit. weiterlesen

Corona-Pandemie – Sozialpartnerschaft vor einem Revival?

Die Sozialpartnerschaft war unter der Regierung Kurz/Strache als politischer Gestaltungsfaktor ausgeschaltet. Dies betraf deren Akteure in unterschiedlichem Ausmaß. Konnten die Unternehmervertretungen ihre Interessen breit durchsetzen, so blieben die Arbeiterkammern und Gewerkschaften mit ihren Interessen auf der Strecke. Zudem ist dabei die Vertrauensbasis zwischen den Sozialpartnerorganisationen weitgehend verloren gegangen. Unter der nunmehrigen schwarz/türkis-grünen Regierung kam es noch zu keinem Revival des traditionellen Musters der Sozialpartnerschaft. Der Wechsel des Koalitionspartners von Blau auf Grün hat allerdings die Rahmenbedingungen für Interessenpolitik und Sozialpartnerschaft wieder etwas geändert. Ausdruck dafür ist, dass die Einbindung der Sozialpartnerorganisationen in politische Entscheidungen an einigen Stellen des neuen Regierungsprogramms angesprochen wird (so z. B. in den Dialog über die Zukunft der Arbeit oder die Einführung eines Bildungskontos). weiterlesen

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