Eine Analyse des oberösterreichischen Regierungsprogramms – wenn sich Klassenkampf mit Kulturkampf vermischt

Nach einem Wahlkampf, der auch im Lichte der Pandemiebekämpfung noch zu betrachten sein wird, wurde am 26. September 2021 in Oberösterreich gewählt. Das Ergebnis brachte leichte Zugewinne für die Landeshauptmann-Partei ÖVP, die Grünen und die NEOS, satte Verluste für die FPÖ, eine gleich bleibende SPÖ sowie die Corona-Leugner-Partei MFG in den Landtag. Die Folge war eine Fortsetzung der schwarz/türkis-blauen Koalition und ein neues Regierungsprogramm. Grund genug, es sich genauer auf verwendete Frames und Narrative in Bezug auf Sozialstaat und Armut anzuschauen. weiterlesen

Subjektive soziale Stellung und Diskriminierung am Beispiel Bildung

Erfahrungen wie diese auf ihrem eigenen Bildungsweg oder dem ihrer Kinder schildern die TeilnehmerInnen einer Repräsentativbefragung von SORA im Auftrag der Arbeiterkammer Wien. Sie zeigen, dass die soziale Stellung eine wesentliche Rolle für das Erleben von Diskriminierung spielt. Insgesamt gaben 44% der Befragten an, in den letzten drei Jahren in zumindest einem Lebensbereich diskriminiert bzw. schlechter behandelt worden zu sein. Von diesen Betroffenen führt ein Viertel die erlebte Diskriminierung (ausschließlich oder unter anderem) auf ihre soziale Stellung zurück – sie ist damit der am häufigsten vermutete Diskriminierungsgrund von allen. Eine Sonderauswertung der Befragung setzt sich nun mit der Rolle der sozialen Stellung genauer auseinander und geht dabei insbesondere auf die Bereiche Arbeit und Bildung ein. Der folgende Beitrag stellt zentrale Befunde daraus mit Fokus auf den Bildungsbereich dar. weiterlesen

Vermögend durch Geburt – legitimer Startvorteil?

Vermögen ist in Österreich enorm ungleich verteilt. Unversteuerte Erbschaften und Schenkungen tragen wesentlich dazu bei. Neben ökonomischem Kapital erhöhen auch familiär tradiertes kulturelles und soziales Kapital individuelles Kapitalvolumen und damit persönliche Lebenschancen. Diesen Startvorteil legitimieren VermögenserbInnen in der subjektiven Deutung ihrer Herkunft und ihrer Lebensgeschichte auf zwei unterschiedlichen Wegen. So werden Machtpositionen und strukturelle soziale Ungleichheiten verfestigt und aus Gerechtigkeitsansprüchen erwachsende Forderungen nach Umverteilung delegitimiert. weiterlesen

Ist Reichtum schlecht für die Gesellschaft?

Dass der Reichtum in Österreich höchst ungleich verteilt ist und nur ganz wenige die Chance haben, reich zu werden bzw. zu bleiben, wird von vielen mittlerweile als belegt angesehen. Dazu haben zahlreiche Studien beigetragen, die in den letzten Jahren auf Basis der Daten des Household Finance and Consumption Surveys (HFCS) erstellt wurden. weiterlesen

Berufstätige Studierende stehen besonders unter Druck

Für die überwiegende Mehrheit der heutigen Studentinnen und Studenten sind Studieren und Arbeiten der Normalfall – und das nicht nur in den Semesterferien. Laut der letzten Studierenden-Sozialerhebung von 2011 sind rund 63 Prozent der Studentinnen und Studenten während des Semesters berufstätig. Studierende aus sozial schwächeren Haushalten und ohne akademischen Background arbeiten deutlich öfter über 20 Stunden pro Woche bzw. in Vollzeit weiterlesen
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