Wer hat Angst vor Demokratie? Budgetrelevante Beschlüsse und das freie Spiel der Kräfte

Nachdem das Parlament der Regierung Ende Mai das Misstrauen ausgesprochen hatte, wurden – noch bevor das Parlament überhaupt etwas beschlossen hatte – schnell Stimmen laut, die etwaige budgetrelevante Beschlüsse zu „Wahlzuckerln“ degradierten. Ein Zusammenschluss aus Industriellen, Privatstiftern und Vermögenden initiierte sogar einen öffentlichen Brief, der auch von den beiden Chefs der Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS unterschrieben wurde, um seinen Sorgen um die Staatsfinanzen – mit Verweis auf die Parlamentssitzungen vor den Wahlen 2008 und 2017 – kundzutun. Doch während das bis heute nachwirkende, milliardenschwere Bankenpaket keiner Erwähnung wert ist, werden Mehrausgaben vor Wahlen wie die Verbesserungen bei Pflege und Pensionen kritisiert. weiterlesen

Höchste Zeit für eine Zeitverwendungserhebung!

Männer und Frauen verwenden ihre Zeit für unterschiedliche Tätigkeiten. Während Frauen in Österreich im Durchschnitt 32 Stunden pro Woche unbezahlt arbeiten (z. B. Haushalt, Kinderbetreuung usw.), sind es bei den Männern nur halb so viele Stunden. Diese Zahlen kommen aus der über zehn Jahre alten Zeitverwendungserhebung 2008/09. In den meisten europäischen Ländern wird im nächsten Jahr eine Neuauflage dieser wichtigen Datengrundlage durchgeführt. In Österreich verwehrte hingegen die Regierung Kurz die Finanzierung. Es bestand kein Interesse daran, unbezahlte Arbeit sichtbar zu machen. Zur Beantwortung vieler drängender Fragen und der Analyse geschlechtsspezifischer Ungleichheiten ist eine erneute Erhebung aber unerlässlich. Es ist also höchste Zeit für eine neue Zeitverwendungserhebung. weiterlesen

Standortpolitik, die; weiblich

Gerne wird in Illustrierten und Fernsehsendungen Frauenpower als ein Standortfaktor gepriesen. Manche scheinen dabei aber immer noch an den Standort Küche zu denken. Die aktuelle Politik ist trotz der Absichtserklärungen, den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken, nur wenig geeignet, das Wissen und die Fertigkeiten von Frauen zur Geltung zu bringen. weiterlesen

337 Wiener Industriearbeiterinnen berichten

Arbeiterinnen arbeiten als Verpackerin in der Pharmaindustrie, Wäscherei- oder Maschinenarbeiterin, Mechatronikerin oder „direkt auf der Linie“. Das ist ein kleiner Ausschnitt der Tätigkeitsbereiche der 337 Wiener Frauen, die im Rahmen der Studie „So leben wir heute. Wiener Industriearbeiterinnen berichten über ihr Leben“ befragt wurden. Dabei zeigt sich: 85 Jahre nach der ersten Studie über Frauen, die in der Industrie beschäftigt sind, hat sich weniger verändert, als man annehmen würde. weiterlesen
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