Ungleichheit und makroökonomische Instabilität: Eine Bestandsaufnahme

In den vergangenen Jahren rückte der Zusammenhang zwischen Einkommensverteilung und makroökonomischer Instabilität zunehmend in den Fokus der Forschung. In einem aktuellen Literaturüberblick werden ausgewählte Kanäle diskutiert: Steigende Einkommensungleichheit kann zur Entstehung außenwirtschaftlicher Ungleichgewichte beitragen, wenn in einzelnen Ländern die Schwächung der Massenkaufkraft entweder vermehrt eine kreditfinanzierte private Haushaltsnachfrage nach Konsum und Wohnungsbauinvestitionen (USA, Vereinigtes Königreich) oder eine Binnennachfrageschwäche mit steigenden Exportüberschüssen (China, Deutschland, Japan) zur Folge hat. Zudem weisen neuere empirische Studien darauf hin, dass steigende Einkommensungleichheit einen negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben kann.

(mehr …)

Wir exportieren Umweltbelastungen – Tendenz steigend!

Es greift zu kurz, wenn nationale Umweltberichte nur auf die im Inland anfallenden Umweltbelastungen blicken, die unser Ressourcenverbrauch bewirkt. Man muss auch den Export von Umweltbelastungen betrachten, will man richtige Schlüsse ziehen.

(mehr …)

Umverteilung durch gerechtere Steuerpolitik: Eine makroökonomische Begründung

Die herrschende Krisenanalyse sieht die angeblich überbordende Staatstätigkeit als Krisenursache. Die darauf aufbauende Krisenpolitik zeitigt in vielen Ländern katastrophale soziale und wirtschaftliche Ergebnisse. Auch wenn bei verschiedenen Staaten Unzulänglichkeiten bestehen, bestehen wesentliche Ursachen für die noch immer andauernde Krise,  nämlich die Ungleichgewichte zwischen den einzelnen Volkswirtschaften, die immer ungleichere Verteilung der Einkommen und die unregulierten Finanzmärkte, fort. Zur Krisenbewältigung sind  gesamtwirtschaftliche (Finanzierungs-)Zusammenhänge zu beachten und Maßnahmen für eine gerechtere Verteilung zu setzen – durch kräftige Lohnsteigerungen und Umschichtung der Steuerlast auf die Vermögenden.

 

(mehr …)

Industriestandort Österreich: Viel bejammert, aber sehr gut

In Bezug auf die Attraktivität des österreichischen Industriestandorts kontrastieren die medialen Klagen über hohe Kosten und fehlende Wettbewerbsfähigkeit in bemerkenswertem Ausmaß mit der tatsächlichen Ausweitung der Produktion der Unternehmen.

Wenn es um die wirtschaftliche Lage der Industrie geht, ist in Österreich Schwarzmalerei angesagt: Dem Standort fehlen angeblich die Facharbeitskräfte, die Lohnkosten sind viel zu hoch, ebenso die Abgabenquote und die Umweltstandards. Gewerkschaftliche Forderungen nach der Verkürzung der Arbeitszeit, einer Besteuerung von Vermögen, der Streichung von Steuerausnahmen oder der Umsetzung produktivitätsorientierter Lohnpolitik werden wahlweise als Klassenkampf, Utopie oder Realitätsverweigerung gebrandmarkt.

(mehr …)