Aus dem Leben einer Familie mit erhöhtem Pflegebedarf – Teil II: Zuständigkeitsdschungel

Die sechsjährige Tochter von Frau Sagmeister (Name von der Autorin geändert) ist schwer behindert. Ihr Pflegebedarf wurde mit der Stufe 7 festgesetzt. Frau Sagmeister ist Alleinerzieherin. Um die Tochter mit dem Auto transportieren zu können, benötigt die Mutter einen besonderen behindertengerechten Autositz, den sie sich aber nicht leisten kann. Den Antrag auf Kostenzuschuss muss sie an drei verschiedene Stellen übermitteln, nämlich an die Bezirkshauptmannschaft, weiters an das Sozialministeriumservice und an die PVA. Es dauert Monate bis das Geld tatsächlich auf dem Konto einlangt, je ein Teil von jeder der drei Stellen. Tatsächlich hat sie in diesem Fall besonderes Glück gehabt: Ihr wird der gesamte Betrag zugeschossen.

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Aus dem Leben einer Familie mit erhöhtem Pflegebedarf – Teil I: Finanzielle Absicherung

So lange hat das Ehepaar Mayer (Name von der Autorin geändert) auf die Geburt ihres Babys gewartet und das Leben zu dritt perfekt vorbereitet: Der Umzug in das neue Haus ist über die Bühne gebracht, das Babyzimmer eingerichtet, das Kinderbetreuungsmodell ausgewählt. Die Kreditraten sind zwar hoch, aber wenn Frau Mayer nach einem Jahr zumindest Teilzeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt, kommt die Familie ohne größere Probleme über die Runden. Und dann kommt alles anders als geplant. Theo überlebt die Geburt nur knapp und trägt schwere Knochenbrüche davon. Die Diagnose: Osteogenesis imperfecta, besser bekannt unter dem Namen „Glasknochenkrankheit“. In seinem ersten Lebensjahr hat er bereits mehr Operationen hinter sich als ein durchschnittlicher Mensch in seinem ganzen Leben. Für Frau Mayer wird bald klar, dass an eine Rückkehr ins Arbeitsleben zumindest in den ersten Lebensjahren ihres Sohnes nicht zu denken ist. Aber wie soll die Familie finanziell über die Runden kommen?

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