Diktat statt Dialog. Wie der Deutschklassen-Schnellschuss schulpartnerschaftliche Prinzipien über Bord wirft

Nur fünf Monate nach ihrer Angelobung hat die Bundesregierung die Einrichtung von Deutschklassen durch das Parlament gebracht. Die Eckpunkte: Statt der Schulleitung entscheidet künftig ein standardisierter Test darüber, ob SchülerInnen am Regelunterricht oder stattdessen an sogenannten “Deutschförderklassen” teilnehmen. Dafür sind Schulen ab Herbst verpflichtet, räumlich getrennte Klassen mit bis zu 25 SchülerInnen einzurichten. In diesen wird ausschließlich Deutsch, kein Fachunterricht vermittelt. Mit den übrigen SchülerInnen besteht der Kontakt nur noch im Zeichen-, Musik- und Turnunterricht. Ein Übergang zum Regelunterricht ist erst nach positivem Deutschtest am Semester- oder Schuljahresende möglich. Bis zu zwei Jahre können SchülerInnen in der Deutschförderklasse verbleiben, ohne in die nächste Schulstufe aufzusteigen.

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Die neue Klassenfrage: Sprachförderung durch Segregation?

Die Reform der schulischen Deutschförderung wird heute trotz massiver Einwände von ExpertInnen, PraktikerInnen und Wissenschaft mit den Stimmen der Regierungsparteien beschlossen. Das hat weitreichende Konsequenzen, obwohl das bisherige Modell im schulischen Bereich noch gar nicht evaluiert wurde. Anlass, das bestehende Modell der vor-/schulischen Deutschförderung und die Folgen der Änderungen zu beleuchten.

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Integration statt Separation. Die Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen

„Flüchtlingsklassen, Ausländerklassen, Deutschklassen, Ghetto-Klassen“. Viele Bezeichnungen kursieren in der politischen Debatte um die separate Beschulung von Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen – v.a. seit den Fluchtbewegungen ab 2015. Trotz bestehender Formen separater Beschulung sprechen bildungswissenschaftliche Empfehlungen für rasche (teil-)integrative Beschulungslösungen.

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Deutsch-Lernen in der Erwachsenenbildung: Probleme und Auswege

Im öffentlichen und politischen Diskurs wird Deutsch-Lernen weitgehend identifiziert mit dem, was gemeinhin unter “Integration” verstanden wird. Die Komplexität einer multilingualen Migrationsgesellschaft wird mit der Fixierung auf den Deutscherwerb nivelliert. Förderung in der Erstsprache, soziale Inklusion und Mobilität, politische Teilhabe und Zugang zu Bildung – alles nachrangig. Wie sieht die Praxis des Deutscherwerbs in Österreich aus? Welche Rahmenbedingungen bräuchte ein emanzipatorisches Deutsch-Lernen?

 

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