Der Staat als Pleiteholding: Die Telekom wird mexikanisch – und was hat Österreich davon?

Mit den Mexikanern verbindet Österreich ein Stück Historie: Da wurde vor rund 150 Jahren ein Habsburger nach drüben geschickt, der war zwar dort nicht willkommen und deshalb selbst bald Geschichte. Mittlerweile gehört er aber doch auch zum mexikanischen Lokalkolorit. Historisch bedeutsamer ist wohl der Dienst, den Mexiko Österreich im Jahr 1938 erwiesen hat, als es als einziges Land den Anschluss an das nationalsozialistische Terrorregime nicht anerkannte. Vielleicht haben diese historischen Verbindungen den handelnden Personen im Telekom Austria-America Movil-Deal eine diffuse Vertrautheit vermittelt. Es muss wohl irgend so ein Bauchgefühl gewesen sein, denn wirtschaftspolitisch gibt es für den jetzt geschlossenen Syndikatsvertrag und der damit in die Wege geleiteten Reduktion des Staatsanteils bei der Telekom-Austria (TA) keine Ratio. Abgesehen vom historischen Überbau unterscheidet sich die Geschichte der Telekom kaum vom Vorgehen Österreichs bei den letzten Privatisierungen. Was wirtschaftlichen Erfolg hat wird verkauft, möglichst noch unter Wert. Der Rest bleibt der Republik. Der Staat verkommt zunehmend zur Mist- und Sondermülldeponie, die ökonomischen Erfolge werden von anderen abgeholt.

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