Subjektive soziale Stellung und Diskriminierung am Beispiel Bildung

Erfahrungen wie diese auf ihrem eigenen Bildungsweg oder dem ihrer Kinder schildern die TeilnehmerInnen einer Repräsentativbefragung von SORA im Auftrag der Arbeiterkammer Wien. Sie zeigen, dass die soziale Stellung eine wesentliche Rolle für das Erleben von Diskriminierung spielt. Insgesamt gaben 44% der Befragten an, in den letzten drei Jahren in zumindest einem Lebensbereich diskriminiert bzw. schlechter behandelt worden zu sein. Von diesen Betroffenen führt ein Viertel die erlebte Diskriminierung (ausschließlich oder unter anderem) auf ihre soziale Stellung zurück – sie ist damit der am häufigsten vermutete Diskriminierungsgrund von allen. Eine Sonderauswertung der Befragung setzt sich nun mit der Rolle der sozialen Stellung genauer auseinander und geht dabei insbesondere auf die Bereiche Arbeit und Bildung ein. Der folgende Beitrag stellt zentrale Befunde daraus mit Fokus auf den Bildungsbereich dar. weiterlesen

Bildungsgerechtigkeit – ein Hürdenlauf über viele Stufen

„Von unten bis ganz nach oben funktioniert das Schulsystem, als bestände seine Funktion nicht darin, auszubilden, sondern zu eliminieren. Besser: in dem Maß, wie es eliminiert, gelingt es ihm, die Verlierer davon zu überzeugen, dass sie selbst für ihre Eliminierung verantwortlich sind“
(Pierre Bourdieu, 2001)

Dieses Urteil des französischen Soziologen Pierre Bourdieu über Frankreichs Schulsystem lässt sich in vielerlei Hinsicht auch auf Österreichs Bildungssystem heute übertragen. Denn letzteres wirkt immer noch statuskonservierend, die soziale Stellung des Elternhauses bestimmt in hohem Maße die Chancen der Kinder auf Bildungsaufstieg mit, d.h. die Vererbung von Bildungschancen ist nach wie vor ausgeprägt (wie das nachfolgende Diagramm sowie alljährlich der AK-Wohlstandsbericht oder die Auswertungen der Statistik Austria zeigen). Der Hürdenlauf zum Bildungserfolg beginnt bereits im frühen Kindesalter und setzt sich über die Stufen des Bildungssystems hinweg konsequent fort. weiterlesen

Bildungsgerechtigkeit locked-down

Die Oberstufen sind seit heute wieder im Fernunterricht. Pflichtschulen sind weiterhin geöffnet – „vorerst“. Berufstätige Eltern und ihre Kinder sind im Schulalltag zurück, dennoch fehlt von Alltag jede Spur. Schulaufgaben und Lernen werden mit den durch COVID-19 veränderten Rahmenbedingungen zur Belastungsprobe für Familien. Neben der zentralen Frage, ob und welche Schulen geöffnet bleiben, sollen SchülerInnen auch jetzt die Lernziele erreichen und Lernstoff aus dem Vorjahr nachholen. Mittel und Maßnahmen, um Schulen und ihre SchülerInnen durch die Krise zu führen, sind ein halbes Jahr nach den ersten Schulschließungen noch nicht einmal geplant. weiterlesen

Halber Tag, doppelter Nachteil? Warum Ganztagsschulen bessere Lösungen für die heutigen Bildungsherausforderungen bieten

Die jüngste Präsentation des Integrationsberichts sowie des OECD-Berichts „Education at a glance“ haben erneut die Wichtigkeit ganztägiger schulischer Formate deutlich gemacht. Von der OECD als zentrales Instrument zur Bekämpfung von Bildungsungleichheit unterstrichen, empfiehlt auch der ExpertInnenrat für Integration der Bundesregierung Ganztagsschulen als eine Antwort zur Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund aus sozioökonomisch benachteiligten Elternhäusern – die Integrationsministerin winkt bei dem Thema jedoch bislang ab. Dabei kann gerade ein ganztägiges Schulformat vieles von dem leisten, was die Politik gerne Eltern zuschiebt. Aus diesem Anlass diskutiert der folgende Beitrag die bildungs- und integrationspolitischen Vorteile ganztägiger Schulformen. weiterlesen

Chancen-Index: viel Zuspruch, wenig Umsetzung

Neun von zehn Menschen in Österreich wünschen sich, dass Schulen mit großen Herausforderungen besser ausgestattet werden. Wie das gelingen kann, zeigt der AK-Chancen-Index, für den es eine breite gesellschaftliche Unterstützung gibt. Im neuen Regierungsprogramm ist lediglich die zaghafte Umsetzung für 100 Pilotschulen vorgesehen. Ein erster Schritt, aber zu wenig, um allen SchülerInnen in Österreich eine gerechte Chance zu geben. weiterlesen

Sommerloch oder tolle Erlebnisse: Bildungsungleichheit, die in den Sommermonaten entsteht

Lange Sommerferien sind für viele eine schöne Kindheitserinnerung. In der Praxis werfen sie jedoch zahlreiche Probleme auf: Sie stellen für berufstätige Eltern eine echte Betreuungsherausforderung dar, sie verstärken familienbedingte Bildungsungleichheit und lassen schulische Infrastruktur weitgehend ungenutzt. Eine Betrachtung des Sommerlocheffekts und möglicher Gegenmaßnahmen. weiterlesen
Themen
MENÜ