Berufstätige Studierende an Unis: Studiengebühren ohne Verbesserung der Studienbedingungen?

Seit dem Wintersemester 2018/19 müssen berufstätige Studierende, die länger als die Mindeststudiendauer plus zwei Toleranzsemester für ihr Studium brauchen, wieder Studiengebühren bezahlen. Das hat zu knapp 6.000 Studienabbrüchen geführt. Mehr als 16.000 erwerbstätige Studierende müssen jetzt trotz Mehrfachbelastung Gebühren zahlen, eine spürbare Verbesserung der Studienbedingungen für Berufstätige an Universitäten ist bislang allerdings nicht in Sicht. weiterlesen

Gleichstellung beginnt in der Schule – eine Analyse des neuen Erlasses

Wer Gleichstellung erreichen will, muss insbesondere auch in der Schule ansetzen. Das Unterrichtsprinzip zur Gleichstellung versuchte dem Rechnung zu tragen, wurde aber von der türkis-blauen Bundesregierung im Zuge der Rechtsbereinigung veralteter Erlässe aufgehoben. Dies wurde damals medial kritisiert. Ende Oktober 2018 folgte dem der Grundsatzerlass „Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung“. Prinzipiell erscheint es sinnvoll, das aus dem Jahr 1995 stammende Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ zu überarbeiten und an die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen. Genau wie in der Reform des Gleichbehandlungsrechts 2004, in der weitere Diskriminierungsmerkmale wie ethnische Herkunft, Religion und Weltanschauung, Alter und sexuelle Orientierung aufgenommen wurden, sind auch im Erlass diese Bereiche abgebildet. weiterlesen

Gute Bildung braucht faire Finanzierung: Aufgabenorientierte Finanzierung von Pflichtschulen

Jede Pflichtschule ist anders. Der finanzielle Bedarf im Pflichtschulbereich wird etwa durch die Schulgröße, das Tagesbetreuungsangebot oder die SchülerInnenzusammensetzung bestimmt. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, ist es notwendig, die finanziellen Mittel stärker nach aufgabenorientierten Indikatoren zu verteilen. Wie die längst fällige Veränderung zu „Geld folgt Aufgabe“ verwirklicht werden kann, zeigt eine neue Studie des KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung im Auftrag der Arbeiterkammer Wien auf. weiterlesen

Sprachbildung als Wertebildung – falsch verstandene Integration?

Vor rund einem Jahr, im Oktober 2017, ist in Österreich das von der rot-schwarzen Bundesregierung erlassene Fremdenrechtsänderungsgesetz (auch: Integrationsgesetz 2017) in Kraft getreten. Dieses brachte nicht nur eine Ausweitung der Deutschkenntnispflicht auf Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte mit sich, sondern propagiert auch den Leitspruch Sprachbildung als Wertebildung – d. h., in der Deutschvermittlung und -prüfung soll künftig zugleich auch die Vermittlung und -prüfung von „grundlegenden Werten der Rechts- und Gesellschaftsordnung Österreichs“ (IntG 2017) stattfinden. Anlass für eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Maßnahme: Welche politischen Interventionen könn(t)en zu gelingender Deutschförderung beitragen, welche sind hinderlich und wie lässt sich das Verhältnis von Deutschförderung, ‚Wertebildung‘ und gesellschaftlicher Integration überhaupt bestimmen? weiterlesen

Grenzüberschreitende Studien in Österreich – ein boomendes Geschäftsmodell

Die Zahl der ausländischen Studienangebote in Österreich steigt stetig: Mittlerweile gibt es bereits über 300 derartige Studien, die kaum an gesetzliche Vorschriften in Österreich gebunden sind – denn ihr formaler Sitz befindet sich im Ausland. Meist richten sich die Angebote an Berufstätige, von denen hohe Gebühren eingenommen werden, zum Teil sogar über 20.000 Euro. Über Lehrinhalte, Qualität, Lehrende sowie Studierende und Akzeptanz der ausländischen Abschlüsse am Arbeitsmarkt weiß man jedoch sehr wenig. Im Unterschied zu anderen Ländern müssen solche Angebote in Österreich derzeit zumindest gemeldet werden, aber auch das könnte bald Geschichte sein. Eine Analyse dieser boomenden Grauzone. weiterlesen
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