Generationengerechtigkeit: Falscher Schauplatz des Verteilungskonfliktes

Die alternde Gesellschaft und ihre Folgen gelten wegen der damit verbunden Kosten für die öffentliche Hand (insbesondere die Pensionsaufwendungen) als eine große fiskalische Herausforderung in den nächsten Jahrzehnten. Im Blickpunkt steht dabei meist der „demografische Wandel“ dh das veränderte Verhältnis der einzelnen Alterskohorten zueinander. Dieser wird in einem umlagefinanzierten Pensionssystem, wie auch das österreichische eines ist, primär für den steigenden Steueranteil in der Pensionsfinanzierung verantwortlich gemacht. Hat doch eine unter Umständen kleiner werdende Gruppe Erwerbstätiger eine immer größere und länger lebende Gruppe von PensionsbezieherInnen zu finanzieren. Folglich werden Verteilungsprobleme zwischen Jung und Alt als das zentrale gesellschaftliche Konfliktpotenzial konstruiert. Tatsächlich werden damit mindestens ebenso wichtige Faktoren außer Acht gelassen.

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Langfristige Entwicklungstrends des Pensionssystems: Crashszenarien schauen anders aus!

Das Prozedere rund um die Erstellung des Langfristgutachtens der Pensionskommission folgt einem weitgehend festen Muster: Bereits Tage vor der eigentlichen Kommissionsitzung und der Beschlussfassung sowie Veröffentlichung des Langfristgutachtens wird unter Berufung auf die aktuellen Projektionsergebnisse medial die drohende Unfinanzierbarkeit des öffentlichen Pensionssystems verkündet. Dass die Kommissionsprojektionen lediglich einen Ausschnitt der Gesamtentwicklung abbilden und deren isolierte Betrachtung nahezu zwangsläufig zu falschen Schlussfolgerungen führt, wird dabei ebenso ausgeblendet, wie grundlegende verteilungspolitische Aspekte.

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