Vorstandsvergütung – eine (An-)Reizfrage

Ganz schön derb kann es werden, wenn die AK das Gagen-Ranking der österreichischen Wirtschaftskapitäne veröffentlicht. „Die Sau durchs Dorf treiben“ nennt es Immofinanz-Vorstand Eduard Zehetner in der heutigen Printversion des Magazins Format. Der Ökonom Thomas Piketty hält dem entgegen, dass die exorbitant steigenden Managergehälter den Trend zur Aristokratisierung des Kapitalismus verstärken. Es stimmt einfach nicht, dass die Leistung mit den Managergehältern wächst. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Manager, der eine Million Dollar und einem, der zehn Millionen Dollar verdient, so Piketty. Die angesprochenen Neo-Aristokraten in Österreich, die Bosse der ATX-Konzerne, geben sich jedenfalls bedeckt bis beleidigt, wenn es um die eigenen Einkommen geht. Dabei sind Transparenz und Benchmarking Grundprinzipien der Börse. Und im Übrigen landen österreichische Manager im europäischen Einkommensvergleich sowieso im unteren Drittel, wie die Industriellenvereinigung erklärt. Also, alles halb so schlimm?

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