AMS-Sanktionen: mental ungesund und gesellschaftlich teuer

Sanktionen, die zu einer Sperre des Arbeitslosengeldes führen, haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Druck auf Arbeitssuchende steigt. Sanktionen reduzieren jedoch weder Ausmaß noch Dauer von Arbeitslosigkeit, werden oft ungerechtfertigt verhängt, können das Lohnniveau senken und sind für Betroffene eine massive Belastung. Sie führen zu einer Verschlechterung der mentalen Gesundheit und kommen so auch der Allgemeinheit teuer. Statt Sanktionen braucht es einen arbeitsmarktpolitischen Kurswechsel, der Mut statt Druck macht und mehr Geld und Personal für das AMS bereitstellt. weiterlesen

Was wir von Dänemark und anderen Ländern im Norden für die Reform der Arbeitslosenversicherung lernen können

Arbeitsminister Kocher hat mit der Arbeitslosenversicherung ein großes Reformvorhaben. Auch die Arbeiterkammer sieht die Notwendigkeit für Reformen am Arbeitsmarkt. Denn damit der grundlegende Wandel in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung, die Klimakatastrophe und die sich ändernde Demografie zum Positiven genutzt werden kann, muss er gestaltet werden. Um die Situation von Arbeitsuchenden und Arbeitnehmer:innen zu verbessern, kommt man an zwei Dingen nicht vorbei: die bestmögliche Unterstützung für jene, die Arbeit suchen, und Sicherheit im Wandel für unselbstständig Erwerbstätige. Dänemark und andere Länder aus Europas Norden zeigen es vor. weiterlesen

2022 braucht es eine fortschrittliche, zukunftsweisende Arbeitsmarktpolitik

Die Arbeitslosenversicherung soll 2022 reformiert werden. Reformen sollten Probleme lösen. Die Ansätze von Arbeitsminister Kocher tun dies nicht, verbreiten lediglich Angst und Verunsicherung. Stattdessen braucht es eine fortschrittliche Arbeitsmarktpolitik, die Armut beseitigt, Sprungbrett und Sicherheitsnetz zugleich ist, Menschen Mut macht, sich auf Veränderungsprozesse und soziale Klimapolitik einzulassen. Letztendlich muss sie die Machtverhältnisse wieder umkehren, damit Arbeitnehmer*innen bzw. Arbeitssuchende emanzipatorisch die Freiheit haben, sich zwischen guten und schlechten Jobs zu entscheiden. weiterlesen

Jugendarbeitslosigkeit in der Corona-Pandemie in der EU

Die Corona-Krise hatte weitreichende Folgen für Jugendliche: Innerhalb von einem Jahr stieg die Jugendarbeitslosigkeit in den EU-27 um 600.000. Junge Frauen, Menschen aus Nicht-EU-Staaten und wenig ausgebildete Jugendliche hatten ein erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko. Die Länderunterschiede in der EU zeigen, dass Investitionen in das Bildungssystem und in die Arbeitsmarktpolitik sowie die duale Lehrausbildung Jugendliche in Wirtschaftskrisen eher schützen. Es braucht eine Jobgarantie für Jugendliche, um Jugendarbeitslosigkeit in der EU zu bekämpfen – dies würde auch gesamtgesellschaftlich viele positive Effekte bringen. weiterlesen

Die meisten Ökonom*innen halten ein degressives Arbeitslosengeld für Blödsinn

Ein mit der Zeit sinkendes („degressives“) Arbeitslosengeld wird vom Wirtschaftsbund gefordert und immer wieder von Regierungsvertreter*innen laut angedacht. Die sinkende Auszahlung soll Arbeitslose dazu bewegen, sich mehr um Beschäftigung zu bemühen. Das Menschenbild dahinter allein ist schon hinterfragenswert. Aber selbst Ökonom*innen, deren Forschung genau darauf aufbaut, finden keine Belege, dass ein degressives Arbeitslosengeld zu mehr und schon gar nicht zu besserer Beschäftigung führt. weiterlesen

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