Wohlstandsindikatoren als Instrument der Wirtschaftspolitik

Materieller Wohlstand und Lebensqualität sind die eigentlichen Zwecke des Wirtschaftens. Die öffentliche Debatte bzw. die Wirtschaftspolitik wird jedoch nicht davon dominiert, sondern von einem potenziellen Mittel zum Zweck, nämlich einem möglichst hohen nationalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Weltweit gibt es deshalb Initiativen, die Wohlstand und Lebensqualität in den Fokus rücken wollen. In Österreich bietet der Bericht von Statistik Austria eine gute Grundlage, wo eine ausgewogenere Wirtschaftspolitik ansetzen könnte.

(mehr …)

Wohlstands- und Fortschrittsmessung für Österreich

Im Rahmen des Projekts „Wie geht’s Österreich?“ von Statistik Austria wird seit 2012 die Entwicklung von Wohlstand und Fortschritt für Österreich analysiert. Mehrere Indikatoren ergänzen das Bruttoinlandsprodukt (BIP), um die Dimensionen „Materieller Wohlstand“, „Lebensqualität“ und „Umwelt“ für Österreich umfassend abzubilden. 2014 zeigte sich folgendes Bild: Während die Indikatoren auf einen sinkenden materiellen Wohlstand hindeuten und einige Umweltprobleme weiterhin kritisch sind, bleibt die subjektive Einschätzung der Lebensqualität positiv.

(mehr …)

Das neoliberale Modell: Gewinne ohne Investitionen

In den letzten Jahrzehnten kam es zu einer zunehmenden „Finanzialisierung“ der Wirtschaft. Darunter versteht man eine Ausdehnung des Finanzsektors, den Aufstieg der Finanzwirtschaft zur Leitindustrie und die stufenweise Unterwerfung aller anderen Wirtschaftsbereiche unter die Logik der Finanzbranche. Statt der versprochenen Wohlstandsgewinne führte diese Entwicklung vielmehr zu einer Schwächung der Wirtschaft durch einen Rückgang der Sachkapitalinvestitionen und einer gesamtwirtschaftlichen Verschuldungsdynamik. Erst mit der schwersten Wirtschaftskrise seit den 1930ern kam das neoliberale Modell ins Wanken.

(mehr …)

Europa geht anders – Am Anfang war ein „Nein“

Ende Juni soll am Europäischen Rat die Grundsatzentscheidung über die Pakte für Wettbewerbsfähigkeit fallen. Worum es dabei geht? „Troika und Strukturreformen für alle!“ lautet die zugespitzte Antwort: Die Einschnitte in das Sozialsystem, die im südeuropäischen Laboratorium erprobt wurden, sollen verallgemeinert werden. Erst ein klares „Nein“ – wie es etwa die Initiative „Europa geht anders“ fordert – wird den Raum für Alternativen öffnen.

(mehr …)