Ein Jahr Arbeit&Wirtschaft-Blog – Zeit für eine Zwischenbilanz

Vor genau einem Jahr ging dieser Blog online. Obwohl sich damals wie heute die Beiträge mehr spontan denn geplant aneinanderreihen, markierten die ersten drei Beiträge doch inhaltliche Schwerpunkte, die sich durch das erste Jahr gezogen haben: Verteilung, Beschäftigung(sbedingungen) und (Wirtschafts-)Politik nach der großen Rezession. Rein mengenmäßig konnten wir unserer Ziele, Beiträge für die Bearbeitung aktueller sozial- und wirtschaftspolitischer Probleme im Interesse der arbeitenden Menschen zu leisten, besser als erwartet erfüllen. Nach wie vor klar steigende Zugriffszahlen und eine wachsende AutorInnenschaft zeigen uns, dass wir unseren Platz in den Weiten des Internets gefunden haben. Ein herzliches Dankeschön an LeserInnen und AutorInnen!

Kritischer fällt unsere Selbstevaluierung beim Anspruch aus, sozial- und wirtschaftspolitische Diskussionsimpulse zu setzen, dem immer noch neoliberal geprägten Mainstream die Stirn zu bieten und kurze aktuelle Analysen an der Schnittstelle zwischen Politik, Wissenschaft, Vertretung der arbeitenden Menschen und interessierter Öffentlichkeit zu liefern. Auch wenn so manche Information Eingang in traditionelle Medien gefunden hat, ist dieser Bereich jedenfalls noch ausbaufähig, selbst wenn wir mit der wachsenden Zahl an neoliberalen Think-Tanks im In- und Ausland hier nicht konkurrieren können.  Angesichts unserer weitgehend dezentralen Arbeitsweise ohne zusätzliche Ressourcen sind wir für das erste Jahr dennoch zufrieden und hoffen– ähnlich den Nachdenkseiten in Deutschland – zukünftig noch konsequenter gegen die öffentliche Meinungsmache anschreiben zu können. Positiv ist zudem hervorzuheben, dass der Blog mittlerweile vielen – gerade jüngeren – Leuten aus dem Umfeld von Gewerkschaften und AK als organisations- und disziplinenübergreifende Informationsplattform ein Begriff ist.

Inhaltliche Schwerpunkte

Wie groß der Bedarf an alternativer Information zur herrschenden Meinung ist, zeigt eine Auswahl aus der Liste unserer meistgelesenen Beiträge:

Ihnen gemeinsam ist das Thema der fehlgeleiten europäischen Wirtschaftspolitik, die von der schädlichen einseitigen Ausrichtung aller Volkswirtschaften auf Sparen und Wettbewerb geprägt ist, während die eigentlichen Ursachen der Krise – Ungleichverteilung, Unzureichend Finanzmarktregulierung und Ungleichgewichte im Außenhandel – vergleichsweise stiefmütterlich behandelt werden. So überraschte es dann auch nicht, dass die vorgeschlagenen Alternativen zur Massenarbeitslosigkeit der meistgelesene Beitrag in der noch von geringen Zugriffszahlen geprägten Anfangsphase war.

Neben diesen europäischen Themen riefen Beiträge, bei denen gut aufbereitete Sachinformation mit Österreichbezug im Vordergrund standen, besonders großes Interesse hervor. Beispielsweise kann der im internen Ranking führende Artikel zur Anrechnung des PartnerInneneinkommens bei der Notstandshilfe oder der – im internationalen Vergleich besonders ungleichen – Vermögensverteilung genannt werden.

Was bringt das zweite Jahr?

In den nächsten Monaten wollen wir unser Blog-Projekt zunächst stabilisieren. Wir werden unseren Erscheinungsrhythmus von einem Beitrag pro Wochentag beibehalten und wollen unsere LeserInnenschaft erweitern – beispielsweise durch gezielte Hinweise, dass man unsere Beiträge abonnieren (siehe Menü rechts) bzw. uns auf Facebook und Twitter (@AundW) folgen kann.

Bei der Erweiterung unserer LeserInnenschaft sind wir aber auch auf unsere LeserInnen angewiesen. Wenn DIR also ein Blogbeitrag gefällt, dann belohne uns und die AutorInnen doch damit, dass du den Beitrag per facebook, twitter, E-Mail oder – ganz klassisch – per Mundpropaganda an interessierte Menschen weitergibst!

Zukünftig werden wir uns zum einen vermehrt an BetriebsrätInnen wenden, die bereits seit 90 Jahren eine besondere Zielgruppe der Arbeit&Wirtschaft-Zeitschrift darstellen. Zum anderen wollen wir verstärkt internationale AutorInnen bzw. WissenschafterInnen gewinnen, die mit ihrer Expertise das Interesse an unserem Blog stärken können.

Spätestens im Herbst wollen wir unsere LeserInnen befragen, welche Erwartungen sie an unser Projekt haben und was sie sich für Weiterentwicklungsschritte wünschen, sodass bei unserem nächsten Geburtstag bereits wieder einiges anders sein wird. Wer nicht so lange warten möchte, schicke uns bitte Feedback, Meinung, Verbesserungsvorschläge oder Solidaritätsbekundungen via Kontaktformular.

Wir freuen uns auf unser zweites Jahr!

Jubiläumsfoto Redaktionsteam

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